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14/05/2015
Medikamentös kann man nicht gegen Parodontitis und ihre chronische Form vorgehen. Im Normalfall reicht eine professionelle Zahnreinigung, um die Entzündungen zu stoppen. In schweren Fällen muss chirurgisch gegen die Erkrankung des Zahnhalteapparats vorgegangen werden. In jedem Fall wird der Patient angeleitet, wie er durch die richtige Mundhygiene weiteren Erkrankungen des Zahnbetts vorbeugen kann.
Professionelle Zahnreinigung
Zur Therapie der Zahnbetterkrankung mithilfe einer professionellen Zahnreinigung sind mehrere, engmaschige Behandlungstermine vonnöten. Bei jedem Kontrolltermin werden bakterielle Schlupfwinkel entfernt, also zu allererst kariöse Herde und Zahnstein. Daran schließt sich eine systematische Säuberung der Taschen an. Im Rahmen dieser Maßnahme wird die Wurzel geglättet, damit sich nicht so leicht neuer Zahnstein ansetzen kann. Aus dem gleichen Grund werden auch die Zähne poliert und mit Fluoridlack versiegelt.
Anleitung zur Mundhygiene
Parallel zur professionellen Zahnreinigung wird der Patient angeleitet, wie er mit richtiger Mundhygiene das Entstehen von Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats verhindern kann. Dazu gehören eine Unterweisung zur Systematik des Zähneputzens, zu verschiedenen Zahnputztechniken sowie der geeigneten Zahnbürste und Zahnpasta und dem Wert zuckerfreier Kaugummis. Außerdem erhält der Patient eine Ernährungsberatung mit Hinweis auf die Schädlichkeit von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln.
Chirurgische Therapie
Führen diese Maßnahmen aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums der Erkrankung nicht zu dem gewünschten Erfolg, werden die Zahnfleischränder chirurgisch abgetragen, um noch aktive Taschen zu beseitigen und die Plaqueentfernung beim Zähneputzen zu erleichtern.
Aktive Taschen sind durch Blutungen bei vorsichtiger Sondierung zu erkennen. Eine antibiotische Therapie zur Vermeidung einer Blutvergiftung ist nur bei Abszessen oder schweren Verlaufsformen erforderlich, z.
Die Taschensanierung ist sehr schmerzhaft und wird daher in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Komplementäre Medizin
Homöopathie
Mercurius solubilis
(Quecksilber-Nitratgemisch), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D12, bei eitriger Zahnfleischentzündung mit üblem Mundgeruch und Speichelfluss. Die Zunge ist dick belegt mit sichtbaren Zahnabdrücken. Die Beschwerden verschlechtern sich in kalter Luft und in Bettwärme.
Hepar sulfuris
(Kalkschwefelleber), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D12, bei Neigung zu eitrigen Schleimhauterkrankungen und Schwellungen der benachbarten Lymphknoten. Auch hier besteht eine deutliche Verschlechterung bei Kälte.
Hydrastis
(Kanadische Gelbwurzel), gebräuchliche Potenzierung: D3 bis D6, hat eine gefäßzusammenziehende Wirkung und kann deshalb bei Zahnfleischblutungen eingesetzt werden.
Phytotherapie
Es werden Abkochungen aus Kamille (Matricaria recutita), Eibisch (Althea officinalis) oder Salbei (Salvia officinalis) zu Mundspülungen eingesetzt. Salbei und Kamille wirken entzündungswidrig. Darüber hinaus hemmt die Kamille das Wachstum von Bakterien und Pilzen und fördert die Wundheilung. Eibisch hat reizmildernde Eigenschaften. Die Heilkräuter ergänzen sich in ihren Wirkungen und können deshalb zweckmäßig untereinander gemischt werden. Arnica (Arnica montana) wird als Tinktur eingesetzt. Mit Wasser verdünnt eignet sie sich außerdem für Pinselungen des Zahnfleischs. Arnica bewirkt die Anregung der Durchblutung und steigert die lokale Abwehrbereitschaft. Die allgemeine Infektabwehr kann durch die Einnahme von Echinacea angustifolia (Sonnenhut) verbessert werden.
Biochemie nach Schüssler
Kalium chloratum D6 und Calcium sulfuricum D6 werden bei der akuten Entzündung des Zahnfleisches verwendet. Calcium fluoratum D12 und Kalium phosphoricum D6 werden bei Zahnfleischschwund gegeben.
Ernährungstherapie
Es wurde bereits angesprochen, dass Zucker die Entwicklung einer Parodontitis begünstigt. Die Bakterien, die sich in den Zahnfleischtaschen einnisten, leben von Zucker. Außerdem setzt Zucker die Tätigkeit der körpereigenen Abwehrzellen herab. Während akuter entzündlicher Phasen sollte deshalb vollständig auf zuckerhaltige Nahrungsmittel verzichtet werden. Nach der Ausheilung der Parodontitis ist eine Ernährung mit vielen Vollkornprodukten und Rohkost anzuraten, denn sie fördert den Kauapparat, stimuliert die Speicheldrüsen und beugt der Kariesbildung vor.
Orthomolekulare Therapie
Empfohlen wird die Gabe von zwei Gramm Vitamin C täglich, das die Abwehr aktiviert und sich schützend auf das Gewebe auswirkt. Weiterhin gibt man ein Milligramm Folsäure pro Tag, die auch Mundspülungen zugesetzt werden kann. Vitamin D (zehn Mikrogramm/Tag) und Kalzium (600 Milligramm/Tag) verstärken die Verankerung der Zähne im Knochen. Coenzym Q 10 ist vor allem durch seine günstige Wirkung am Herzen bekannt. Hier wirkt es fördernd auf den Heilungsprozess und vermindert die Häufigkeit von Zahnfleischbluten. Es werden 50 Milligramm täglich empfohlen.
Reflexzonentherapie
Durch Behandlung der Reflexzonen des Mundbereichs kann die Stoffwechselsituation im Bereich des Zahnfleischs verbessert werden. Man behandelt mit aktivierendem Griff die Bereiche Gaumen, Kiefer, Mandeln, seitliche Lymphstränge und Zähne, die im Bereich der Zehen zu finden sind. Zusätzlich aktiviert man die Abwehr über die Reflexzonen Thymusdrüse, Milz und Lymphsystem.
Anthroposophische Medizin
In der anthroposophischen Medizin werden zur Behandlung der Parodontitis homöopathische Aufbereitungen von pflanzlichen, tierischen und mineralischen Substanzen eingesetzt. Zu ihnen zählen Periodontium bovis (Zahnwurzelhaut aus Kälberpräparaten), Stannum metallicum (Zinn), Belladonna (Tollkirsche) und Gingiva bovis (Zahnfleisch aus Kälberpräparaten).






